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Mein Name ist Nobody (1973)

Beschreibung des Materials:

Mein Name ist Nobody (1973)

Der alternde Revolverheld Jack Beauregard (Henry Fonda) ist eine lebende Legende im Wilden Westen. Doch nun kommt er in die Jahre und immer noch will sich jeder mit ihm duellieren. Jetzt denkt er ans Auswandern nach Europa, doch das Schiff fährt erst in einigen Wochen. Da taucht ein Unbekannter (Terence Hill) auf, der sich Nobody nennt. Sein Ziel: Beauregard einen guten Abgang zu verschaffen, indem er ihn gegen die 150köpfige wilde Horde antreten läßt. Hartnäckig folgt er dem Revolverschwinger überall hin und fördert die ihn umgebende Legende, denn Nobody will sich selbst zu seinem Nachfolger machen...

Alternativtitel:
Lonesome Gun
Mon nom est personne
My Name Is Nobody

Originaltitel: Mio nome è Nessuno, Il
Herstellungsland: Deutschland
Frankreich
Italien
Erscheinungsjahr: 1973
Regie: Tonino Valerii
Sergio Leone

Darsteller:
Terence Hill
Henry Fonda
Leo Gordon
Jean Martin
Geoffrey Lewis
R.G. Armstrong
Piero Lulli
Neil Summers
Steve Kanaly
Alexander Allerson
Franco Angrisano
Karl Braun

Kommentare insgesamt: 131 2 »
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1 ferrara77 • 7:31 AM, 2018-12-05
Bei der 20. Minute  kommt der erste Abschnitt mit Sprüchen, von Rainer Brandt ....Bis dato nimmt der Film sich einfach zu ernst für eine Parodie ... Der Film legt zu viel wert auf eine Story und nicht auf Situationskomik oder Freiraum für lockere Sprüche. Das macht den Film langatmig... Zugegeben reißt die Musik von Morricone einiges raus, obwohl die an manchen Stellen einfach zu viel Erinnerungs-schmalz rund um Jack Beauregard´s Abgang als Held, dazu zählen auch Terence Hill´s ständigen Erklärungen über Geschichte um Revolverhelden.
Die wilde Horde ist (glaube ich) ne ANspielung auf Sam Peckinpahs "The Wild Bunch"  ... Leone lässt auch Sam Peckinpah sterben in diesen Film hier. SIehe die Grabsteinszene(31. Minute)... Er mochte ihn nicht mehr, weil Peckinpah nicht mit Leone zusammen arbeiten wollte^^ ...

Wenn Leones Helden aus seinen Western die Wirklichen und realistischen Helden sein sollen, so ist Nobody eine Groteske, also eine verzerrte Wirklichkeit seiner Helden und weniger eine Parodie auf Westernhelden ...  Vielleicht sogar als eine Hommage an das Heldentum und seine Verehrer...

Zwischenanmerkung:  Wow...Pro7 geschafft in 34 Minuten 2mal Werbung zu senden...Wer schaut eigentlich noch TV ...

Auf dem Rummel ist ja die sich drehende Puppe mit den Fäusten... Ich weiß auch nicht...Wenn erwachsene sich dermaßen doof stellen, dass sie so ein DIng benutzen und auch noch getroffen werden. Das wirkt als Kind lustig, aber Jahre später einfach nur "Befremdlich" in einer Helden-Zeit ...Auch die Anspielung auf Rassismus mit den Torten ist weniger passend und schon gar nicht komisch.
Das Leone die Parodie eben nicht so drauf hat wie Barboni sieht man an dem Trinkspiel und dem duellieren danach mit dem Glatzkopf. Wer zum Teufel trägt die Waffen falsch herum? Das habe ich als Kind nicht verstanden und werde es Heute auch nicht verstehen können. Ich finde das auch gar nicht witzig. Die Sprüche von Brandt machen das etwas komischer. ... Das ist eine schlechte Kopie vom Original.

41. Minute....einer der besten Szenen: Terence Hill klaut dem Baby seinen Apfel, isst ihn schnell auf und drückt den Rest wieder in die Hand des Babys ... Der Blick der Mutter hätte ich gerne gesehen^^
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2 berggeist1963 • 7:00 PM, 2018-12-05
Die Waffe wird nicht falsch herum getragen. Den Revolver an der der "Schusshand" gegenüber liegenden Seite mit dem Griff nach vorn zu tragen, war damals eine durchaus weit verbreitete Variante. Allerdings die Pistolentasche nicht direkt an der Seite, sondern etwas mehr nach vorn hin. Auf zahlreichen historischen Fotos aus jenen Tagen ist diese Art des Waffentragens zu sehen.

Manche bevorzugten halt das "crossdrawing", auch als "Cavalry draw" bezeichnet. Wie die zweite Bezeichnung schon erkennen lässt: Nach dem Bürgerkrieg waren noch lange Zeit Armeeholster in Gebrauch, jedoch wurde die Verschlusslasche entfernt. Und diese Armeeholster waren nun mal so konstruiert, dass die Pistolentasche links angebracht war. Ein Rechtshänder musste dann zwangsläufig das "crossdrawing" anwenden. Die "nicht-miltärische" Variante war das "Slim Jim Holster", das erst nach dem Bürgerkrieg entwickelt wurde und sich dann langsam verbreitete.
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3 ferrara77 • 7:09 PM, 2018-12-05
Danke für die AUfklärung Berggeist smile .. wenn es weiter vorne ist, dann kann man(je nach ob Rechts oder Linkshänder) die Waffe schnell greifen...Macht bei zwei Waffen keinen Sinn mehr ...
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4 ferrara77 • 7:15 PM, 2018-12-05
Hab eben mal gegoogelt ... historische Cowboy Bilder ... Dort ist zu sehen, dass die Waffen nie (direkt) an der Seite getragen wurde, sondern eher in Richtung Geschlechtsteil... keine zwei Waffen was (denke ich) eine Erfindung, entweder der Moderne oder des Kino ist ...
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5 berggeist1963 • 7:37 PM, 2018-12-05
ferrara77, der einzig bekannte Träger zweier Waffen (mit 2 über Kreuz getragenen Revolvergurten) war James Butler "Wild Bill" Hickock. "Doppelholster" wurden damals ja auch gar nicht hergestellt. Vieles ist erst im 20. Jhd. dazu gedichtet bzw. für Film u. Fernsehen entwickelt worden.

Begriffe wie "Gunman", "Gunfighter" oder "Gunslinger" gab es im "wahren" Westen überhaupt nicht. Diese Schwingtüren an den Eingängen von Saloons? Hat erst um 1903 rum ein kalifornischer Gastwirt" an seiner Kneipe anmontiert. Waffen wie z.B. die "Hog Leg Rifle", die Steve McQueen in "Wanted - Dead or Alive" trägt und die auch Woody Strode in der Eingangssequenz von "Spiel mir das Lied vom Tod" benutzt? Das Teil wurde extra für die TV-Serie mit McQueen konstruiert, hat es also vor 1958 gar nicht gegeben. Vieles, was unser Bild vom "Wilden Westen" mitgeprägt hat, ist reine Erfindung. Weil es sich auf der Leinwand halt gut machte und "cool" aussah. 

Könnte noch einiges mehr zu "Fakten u.Fiktion" bezüglich des historischen Westens u. dessen filmischer Aufbereitung anmerken, aber das würde den Rahmen hier dann doch gewaltig sprengen.
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6 ferrara77 • 7:47 PM, 2018-12-05
cool! ...Danke für die Information! respect
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7 berggeist1963 • 7:02 PM, 2018-12-06
Ich protze dann noch mal etwas mit meinen Kenntnissen rum:
Das öffentliche Waffentragen war seinerzeit im alten Westen nicht so übermäßig verbreitet, wie in Film u. TV dargestellt. Da latscht ja fast immer die gesamte männliche Bevölkerung mit `nem Revolvergurt im Städtchen umher. Die "Normalos" hatten zwar auch oft Gewehre u./oder Revolver in ihrem Besitz, die lagen aber nur zuhause rum und wurden dann bei entsprechendem Bedarf vorgekramt. Offenes Waffentragen war hauptsächlich bei Vertretern der Exekutive angesagt. Und bei den "bösen Jungs" freilich auch. Cowboys haben während ihrer Arbeit auf der Weide und auf dem Viehtrieb keine Waffen getragen. Die wurden im Küchenwagen in einer Kiste mitgeführt u. nur für Notfälle wie z.B. zum Aufhalten einer Stampede ausgegeben. Für den Besuch einer "Rinderstadt" wurden die Colts aber schon angelegt, um - typisch großspurige Texaner  halt - damit anzugeben und beim Eingaloppieren hoch zu Ross durch wildes Rumgeballer in die Luft die von einem Cowboy eher verachteten Stadtbürger zu erschrecken. Im Cowboyjargon hieß das dann "eine Stadt übernehmen". 

Überhaupt die Ortschaften damals. Vor allem in den "Boomtowns" lag meist ein übler Gestank in der Luft, vor allem an warmen Tagen. Tierische u. diverse menschliche geruchsintensive Ausscheidungen auf u. an den Straßen. Das dann noch fein gemischt mit Bergen von Essens- u. Getränkeresten, die von den Kneipiers einfach hinter ihrer Klitsche im Freien entsorgt wurden - das war echt nur was für Genießernasen.  wacko
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8 berggeist1963 • 7:13 PM, 2018-12-06
Wer berufsbedingt Waffenträger war - egal auf welcher Seite des Gesetzes - zog nicht selten ein Gewehr dem Revolver vor. Gern auch mal eine doppelläufige abgesägte Schrotflinte, deren verkürzte Läufe prall mit kleinen Münzen oder anderen kleinen Metallstückchen gefüllt waren. Damit einen Volltreffer aus kürzerer  Distanz landen, das war schon mehr als heftig für den Getroffenen. Daher rührt auch der Spruch "jemanden in Stücke schießen". Irgendwo in USA wird noch heute Medizinstudenten das Skelett von jemandem vorgeführt, der so eine volle Dröhnung abbekommen hat. Daran soll kaum ein Knochen sein, in dem kein Metallsplitter steckt.

Die Revolvergurte waren außerdem nicht so stark in Gebrauch, wie man es aus Filmen u. TV-Serien kennt. Vielfach wurde der "Six-Shooter" vorn oder hinten im Hosenbund getragen. Oder in einer Hosen-/, Jacken-/Manteltasche. Der "Revolvermann" Ben Thompson z.B. hat seinen Revolver stets in einer Jacken- oder Manteltasche getragen, die er mit einem Lederfutter ausstatten ließ.
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9 ferrara77 • 8:13 PM, 2018-12-06
Hab sehr aufmerksam gelesen Berggeist und danke dir für die ausführlichen Informationen... Ich bin auf jeden Fall schlauer geworden... smile
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10 Flimmerstube • 8:31 PM, 2018-12-07
Interessante Einblicke! 
Ich habe vor ein paar Tagen "The Balld of Buster Scruggs" gesehen!

Von Ethan und Joel Coen! 
Ein Episoden-Western, mit Geschichten die anscheinend aus einem alten Unterhaltungsbuch der Western-Zeit stammen.
Sehr melancholisch... Die erste Geschichte ist vollkommener Ulk! Der singende "Titelgebende" Revolverheld Buster Scuggs. Die restlichen Geschichten sind teilweise Bitterböse (Die Story mit Liam Neeson)... oder einfach nur gradlinig, was halt so passieren kann im Wilden Westen. Die letzte Story ist übersinnlich angelegt, aber mit wahnsinnig guten Dialogen! 
Ich fand den Film gut, nicht wirklich überragend, aber unterhaltsam...
Schwarzhumorig sind die Geschichten alle... irgendwo!
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