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Benny's Video (1992)

Beschreibung des Materials:

Benny's Video (1992)

Der 13-jährige Gymnasiast Benny lebt in einer in sich abgeschlossenen High-Tech-Wohlstandswelt. Sein Alltag wird bestimmt von Action- und Gewaltfilmen, Videospielen und Musik. Mit einem Bolzenschußgerät zum Schlachten von Schweinen tötet er in seinem Zimmer ein gleichaltriges Mädchen, während die Videokamera mitläuft. Der Beobachter schwankt bei der Einordnung der Motivation im Verlauf der Tat zwischen Fahrlässigkeit, Mutwillen und Neugier. Mit einem gewissen Grauen beobachtet man wie Benny scheinbar regungslos die Spuren beseitigt. Als er schließlich seinen Eltern das Video vorspielt, werden diese zu seinen Verbündeten bei der Entsorgung des Leichnams. Doch die reibungslose Rückkehr zur Tagesordnung mißlingt, als Benny alles der Polizei erzählt.

Originaltitel: Benny's Video
Herstellungsland: Schweiz
Österreich
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: Michael Haneke

Darsteller:
Arno Frisch
Angela Winkler
Ulrich Mühe
Ingrid Stassner
Stephanie Brehme
Stefan Polasek
Christian Pundy
Max Berner
Hanspeter Müller
Shelly Kästner

Kommentare insgesamt: 1
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1 ferrara77 • 4:04 PM, 2019-01-16
Wegen diesen Film bin ich damals Haneke Fan geworden ...
In den Neunzigern im TV gesehen (wieder mal nicht bei OFDB aufgelistet sad  ) und hab mich fast selber in Benny gesehen, nicht wegen der Neugierde am Morden, sondern weil Ich auch auf Gewaltdarstellungen fixiert war. Ich habe ebenfalls gewalttätige Filme gesammelt und je härter desto interessanter waren sie. Interessant sind die meisten Filme erst geworden, weil sie entweden indiziert oder beschlagnahmt oder massiv geschnitten in Deutschland zu sehen waren..:Die damalige Jagd nach der Uncut-Fassung kann einen ganz schön als Gewalt-Liebhaber erscheinen lassen ...
Was ich aber nicht unterstreichen kann wäre die Entwicklung des Jungen die Haneke beschreibt ... Selbst damals als ich (Film-)Gewalt liebte, so hasste ich doch reale Gewalt und fand sie abstoßend. Das ist eben der große Unterschied ... Und ich kenne KEINEN der wegen fiktiver Filmgewalt, Splatterszenen abgedreht ist ... Anders sieht das bei Filmen aus, wie z.B. Natural Born Killers, wo sich der Regisseur vor Gericht verantworten musste, weil insgesammt 15 Menschen durch Nachahmerei umgekommen sind. Die wirken nicht durch die Gewalt so faszinierend, sondern durch den Erzählstyle prügeln sich die Bilder (im Kino) ein und wirken beim Zuschauer.
Zugegeben sind solche Filme gefährlicher als so mancher Knüppelharter (fiktiver) Horrorfilm in dem Menschen zerlegt werden. Das wiederrum liegt an der Medien-Verseuchung die in unserer Gesellschaft fußt. Es heißt doch so schön...15 Minuten Ruhm....und die erhält jeder mal im Leben, der eine als Amokläufer und der andere als Held...

Diese Liebe (zur fiktiven Gewalt) konnte ich bis heute nicht komplett ablegen (John Woo Filme, Ferrara Filme etc. sind Gewalthaltig) und das ist genau der (mein) Widerspruch. Ich versuche (aber schon immer) Kinogewalt mit Kunst zu verbinden, was ja eigentlich gar nicht geht ... Durch den Widerspruch lernte ich auch KinoGewalt aus dem Richtigen Blickwinkel zu sehen.
Da sind Sam Peckinpahs Filme bis oben, weil er die Gewalt nicht destruktiv und verherrlichend einsetzt, sondern eben aus der Situation heraus entstehen lässt. Die Kunst bei ihm ist wie er seine Gewaltszenen geschnitten hat. Deswegen ist er auch ein großer Meister, ein echter Künstler ...

Seine eigene Wirklichkeit darstellen ist keine große Kunst, sondern die absolute Realität richtig darzustellen ist die Kunst. ... Die Realität (Richtig!) einfangen ist einer der schwierigsten Aufgaben eines Künstlers, sei es als Regisseur/Schauspieler oder als Maler/Zeichner ...
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