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The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz (1969)

Beschreibung des Materials:

The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz (1969)

Texas im Jahr 1914: Pike Bishop uns seine Outlaws sind auf der Flucht vor dem Eisenbahn-Agenten Thornton und dessen Kopfgeldjägern. Thornton, ein früherer Weggefährte von Bishop, wurde unter der Bedingung aus dem Gefängnis entlassen, seinen Kumpel ans Messer zu liefern. Nach einem verlustreichen Feuergefecht weichen Bishop und seine Leute nach Mexiko aus, wo ihnen der korrupte General Mapache ein lukratives Angebot macht. Für 10.000 Golddollar sollen sie einen Munitionszug der US-Armee überfallen. Der Raubzug gelingt, obwohl Thorntons Männer den Transport bewachen. Doch Mapache denkt nicht ans Bezahlen und verwickelt Bishop und seine Männer stattdessen in eine letzte, tödliche Schlacht...

Alternativtitel:
Horde Sauvage, La
Wild Bunch
Wild Bunch - Sie kannten keine Gnade, The

Originaltitel: Wild Bunch, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1969
Regie: Sam Peckinpah

Darsteller:
William Holden
Ernest Borgnine
Robert Ryan
Edmond O'Brien
Warren Oates
Jaime Sánchez
Ben Johnson
Emilio Fernández
Strother Martin
L.Q. Jones
Albert Dekker
Bo Hopkins

Kommentare insgesamt: 7
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1 ferrara77 • 12:33 PM, 2019-02-13
ist schon sehr legendär dieser Film und das drumherum auch.

Peckinpahs Drehbuch wollte erst keiner verfilmen und er dachte, dass es so ne Art Kopie von dem 1966 entstandenen Western "Die gefürchteten Vier"..."Keiner mochte es, viele verabscheuten es leidenschaftlich...!"
Für den Mexikanischen General kam kein anderer als Regisseur Emilio Fernandez in FRage, den Peckinpah bei "Major Dundee" kennenlernte und sich anfreundetet, dort fungierte Emilio Fernandez als eine Art Co-Regisseur, weil er mit dem Land und der Kultur besser vetraut war.
Ansonsten wollte Peckinpah seine Stammbesetzung zurück greifen, um den Film ordentlich zu besetzen.
Außer bei Ernest Borgnine, der im Drehbuch als jung und blond charakterisiert wurde, war sich Peckinpah nicht sicher, aber nach Überredung seitens Produzent Ken Hyman, war er dann dabei.
Lee Marvin sollte eigentlich als Pike Bishop besetzt werden, der aber ein anderes Angebot annahm und so William Holden den Part erhielt. Es stellte sich heraus, dass Holden ein Glücksfall war und er das  Rückgrat des Filmes wurde.
Peckinpah und Holden waren sich sehr ähnlich. Beide griffen gerne mal zur Flasche um den Schmerz zu lindern der sie im Leben erfahren mussten.
(Holden hatte ein Jahr zuvor einen Autounfall verursacht und dabei einen jungen Mann getötet und verliebte sich unsterblich in Audrey Hepburn, sie aber sich trennte, nachdem rauskam, dass er keine Kinder zeugen kann...)

Peckinpah schickte seinen Freund Chalo Gonzales nach Mexiko um Drehorte ausfindig zu machen. UNter anderen fand er auch eine Art Ruine die,von STrom und Wasser getrennt war, machte davon Fotos und schickte sie nach Los ANgeles... Peckinpah war so angetan, dass er in diese Ruine sofort das Hauptlager für den General Mapache sah. 50 Jahre zuvor kämpfte Pancho Villa an der selben Stelle.
Es gab nur eine STrasse zu dieser Ruine und klein fliessend Wasser und Strom auch nicht. Peckinpah wollte diesesmal keine Kompromisse eingehen und hatte mit Phil Feldman und Ken Hyman die richtigen Partner an seiner Seite die Peckenpah gewehren liesen.
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2 ferrara77 • 12:51 PM, 2019-02-13
Die Dreharbeiten fingen am 25. März 1968 in Parras.
Peckinpah verwandelte die Drehorte in Schlachfelder. Niemand war auf das vorbereitet was folgt.
Mit speziellen High-Speed Kameras und verschiedenen Objektiven filmte Peckinpah die Schießereien in "The Wild Bunch" ...Sein Kameramann Lucien Ballard wurde zum engsten Mitarbeiter und sie gingen früh gemainsam ans Set um diverse Einstellungen zu besprechen.

Peckinpah war sehr gut vorbereitet in Sachen Kostümen und verpflichtete Gordon Dawson, den er ebenfalls aus Major Dundee kennt. Die Uniformen wurden stark in mitleidenschaft gezogen, wegen der vielen EInschüsse, aber Gordon war vorbereitet nicht wie der Munitions-beauftragte.
Am ersten Drehtag ging die Munition aus, weil die Situation einfach unterschätzt wurde. Der Mann wurde gekündigt und war auchnicht der letzte in seinem Job.

Peckinpah richtete in einem kleinen Hotel einen Schneidereum her für seinen Cutter Lou Lombardo. Er schnitt das ganze Material erst zu einem großen und Ganzen. Dann schaltete sich Peckinpah ein und erledigte den Rest. Oftmals gab er den Cut eine völlig neue Richtung.

Der Schnitt ist der größte Kunstgriff des Ganzen Filmes. Man muss es mal genau verfolgen wie sehr er ´Gewalttätigkeit und Emotionalität verbindet und so Mitgefühl beim Zuschauer erfolgen gegenüber den gewalttätigen Outlaws.
Auch sind die Szenen nie explizit, sondern immer nur sehr kurz geschnitten. Der verwendete Zwischenschnitt entstammt aus einer völlig anderen Szene, verbindet aber beide und lässt die Gewalttätigkeit ertragen.

Die berühmteste Szene am Schluss dachte sich Peckinpah aus, als er den Schluss in seinem Kopf plante.
Die Stimmung sollte langsam ansteigen und dem Regisseur schwebte eine Szene vor, die sorgfältig Gefühl aufbaute, welche dann im Finale entladen werden sollte.
Also filmte er Holden, Borgnine, Johnson und Oates, wie sie Seite an Seite, Gewehre an Gewehre druch das Lager der mexikanischen Soldaten schreiten.
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3 ferrara77 • 1:11 PM, 2019-02-13
Das Finale war nciht einfach... Pecknpah wusste zunächst nicht wie er das filmen sollte und nahm sich eine Auszeit.
Produzent Phil Feldman sah das Budget aus dem Ufer gleiten, aber dank der gleichzeitig voranschreiteten Arbeit am Schnitt konnte man Ergebnisse präsentieren. So wurde kein Druck mehr ausgeübt.
Pecknpah zerbrach fast an seinen Ideevakuum.
Borgnine erinnerte sich: "er war verunsichert und schien den Faden verloren zu haben. Er wusste nicht wie er weitermachen sollte."
Peckinpah lämte es zeitlich, weil er den Ganzen Film im Kopf hatte und versuchte eine erweiterte Version von "Bonnie und Clyde" zu verfilmen.
Er hatte dutzende Schützen, Handgranaten, ein Maschinengewehr, sechs Kameras und eine Vision. Schritt für Schritt arbeitete sich Pecknpah durch den logistischen Albtraum.

Zitat aus den Peckinpah-Buch:

"Jede Einstellung wurde mit mehreren Kameras in verschiedenen Geschwindigkeiten gedreht. Aus der Totale arbeitet man sich immer näher ans Geschehen. Für jeden neuen Take mussten die Kostüme wieder in Ordnung gebracht werden, die "Opfer" neu verkabelt und das Set, die Requisiten und selbst das Blut an den Wänden wieder hergestellt werden."

Borgnine meinte, dass das pfeifen der Kugeln in der Luft nur von scharfer Munition stammen könne. Alle feierten ihn aus, aber einige mexikanische Soldaten hatten tatsächlich scharfe Munition geladen. wink
35 Jahre nach den Dreharbeiten lassen sich mit Mühe noch Geschosse finden...

Ende 1968 und nach 81 Drehtagen war der Film im Kasten und alle kehrten nach Kalifornien zurück. Außer Lou Lombardo und ein weiterer Cutter Robert Wolfe blieben in Mexiko zurück. Pecknpah wollte den Film außerhalb des Machtbereichs der Schnittabteilung von Warner Bros. fertig stellen.
Im September 1968 kehrten die drei Männer mit einer langen Version von 165 min nach Hollywood zurück.
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4 berggeist1963 • 6:43 PM, 2019-02-13
Wow, so viele Infos zu "The Wild Bunch". War mir bis dato alles nicht bekannt. Besten Dank dafür, ferarra77!  respect  up 

Es gibt wohl noch eine alternative Schlusssequenz: https://www.youtube.com/watch?v=6nchQv2aUCo
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5 Flimmerstube • 7:15 PM, 2019-02-13
Ja, vielen Dank! Tolle Infos!

Ich habe bei Youtube einen Bericht über "brutale Filme" angeschaut, in dem "Wild Bunch" auch gelistet wurde. 
War für die Zeit und das Western-Genre wohl "Over the Top" brutal...
Was noch erwähnt wurde war, das John Wayne sich über den Film öffentlich negativ ausgelassen hat: "The Wild Bunch" zerstöre den guten Ruf vom Western... wegen der sichtlichen Einschüsse, dem Blutvergiessen usw. 
Hmmm... da frag Ich mich ob Herr Wayne nicht vielleicht selbst ein falsches Bild vom Wilden Westen hatte??? 
Nur weil in seinen Filmen die Cowboys umfallen ohne Einschussloch und Blut... hat das ja nichts mit Realität zu tun... das ist ja dann eher weichgespült!
suspect
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6 berggeist1963 • 7:29 PM, 2019-02-13
Jaja, der "saubere" Weste®n. Ich glaube, in den späten John Wayne-Western gibt es dann aber auch Einschusslöcher und Blut zu sehen.
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7 ferrara77 • 10:50 PM, 2019-02-13
Immer gerne ...Peckinpah ist eh mein Fall ...

John Wayne biggrin  fool  ... lustiger US-Held ...aber auch nur da.

Peckinpahs Western war schon der erste seiner Zunft (Blutfontänen und Zeitlupe)...Selbt in Bonnie und Clyde kommt die Zeitlupe nicht so rüber wie in "The Wild Bunch" und der ist auch schlechter geschnitten... da fließt auch nicht so viel Blut und spritzen tut da gar nichts... Eigentlich sieht man fast gar kein Blut, dafür mehr Einschüsse. Normalerweise würde da ohne Ende Blut rum spritzen.

Man darf Peckinpahs Schnitttechnik nicht vergessen, die im Einklang mit der darstellenden Gewalt steht. DIe ist einmalig und auch nie Selbstzweck. Er zerstückelt die Szene (3-4 kurze Szenenabschnitte) und setzt 2 völlig andere Szenen dazwischen, die er ebenfalls zerstückelt und lässt die Szene auslaufen... Diese Idee ist ein Kunstgriff und das Element was Peckinpah von anderen abhebt.
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